Chinas PIPL und Cookie-Einwilligung: Was globale Websites wissen müssen

Das chinesische Personal Information Protection Law verstehen

Chinas Personal Information Protection Law (PIPL), das am 1. November 2021 in Kraft trat, gehört zu den bedeutendsten Datenschutzregelungen außerhalb Europas. Für globale Websites, insbesondere solche mit chinesischen Besuchern oder Niederlassungen in China, schafft PIPL Einwilligungspflichten, die unabhängig von — und teilweise im Konflikt mit — den Anforderungen der GDPR bestehen.

PIPL regelt die Verarbeitung personenbezogener Informationen von Personen innerhalb Chinas. Der territoriale Anwendungsbereich ist weit gefasst: Das Gesetz gilt für jede Organisation, die personenbezogene Informationen von Personen in China verarbeitet, unabhängig davon, wo die Organisation selbst ansässig ist. Wenn Ihre Website für chinesische Nutzer zugänglich ist und Sie von diesen personenbezogene Daten erheben, ist PIPL für Sie relevant.

PIPL vs. GDPR: Wichtige Unterschiede in der Praxis

Obwohl PIPL oft als „Chinas GDPR“ bezeichnet wird, verdeckt dieser Vergleich wichtige Unterschiede, die beeinflussen, wie Sie Einwilligungen umsetzen:

Was PIPL für Cookies und Tracking bedeutet

PIPL erwähnt „Cookies“ nicht ausdrücklich in der Weise, wie es die ePrivacy-Richtlinie der EU tut. Allerdings umfasst die weite Definition personenbezogener Informationen — alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen — den Großteil cookie-basierter Tracking-Technologien:

PIPL-Durchsetzung: Reale Konsequenzen

Anders als manche Datenschutzgesetze, die vor allem auf dem Papier existieren, wird PIPL aktiv und zunehmend strenger durchgesetzt. Die Cyberspace Administration of China, zusammen mit dem Ministerium für öffentliche Sicherheit und anderen Behörden, hat konkrete Maßnahmen ergriffen:

Für internationale Unternehmen besteht das Risiko sowohl auf regulatorischer als auch auf kommerzieller Ebene. Nicht-Compliance kann zur Entfernung von Apps aus chinesischen App-Stores, zur Sperrung von Diensten und zu Reputationsschäden in einem Markt mit über einer Milliarde Internetnutzern führen.

Geo-Targeting chinesischer Besucher

Wenn Ihre Website ein globales Publikum bedient, zu dem auch chinesische Nutzer gehören, benötigen Sie eine geo-targeted Einwilligungsstrategie. Das bedeutet, zu erkennen, wann sich ein Besucher in China befindet, und Einwilligungsmechanismen bereitzustellen, die die Anforderungen von PIPL erfüllen:

GDPR und PIPL mit einem CMP handhaben

Die meisten globalen Websites müssen gleichzeitig mehrere Datenschutzregime einhalten. Die Herausforderung besteht darin, den richtigen Einwilligungs-Flow dem richtigen Nutzer zu präsentieren, ohne getrennte Systeme zu betreiben. So funktioniert ein einheitlicher Ansatz:

Regionserkennung als Grundlage

Das CMP muss zunächst den Standort des Besuchers bestimmen. Auf dieser Basis wendet es die jeweils passenden Einwilligungsregeln an:

Überlegungen zur Speicherung von Einwilligungen

Die Anforderungen zur Datenlokalisierung unter PIPL bedeuten, dass Einwilligungsnachweise für chinesische Nutzer möglicherweise auf Servern innerhalb Chinas gespeichert werden müssen, wenn Ihre Datenverarbeitungsvolumina die von der CAC festgelegten Schwellenwerte überschreiten. Für die meisten internationalen Websites mit nur gelegentlichem chinesischem Traffic ist es unwahrscheinlich, dass dieser Schwellenwert erreicht wird, aber stark frequentierte Seiten, die gezielt auf China ausgerichtet sind, sollten lokalen Rechtsrat einholen.

Dokumentation grenzüberschreitender Übermittlungen

Wenn ein chinesischer Nutzer in Cookies einwilligt, die Daten an Server außerhalb Chinas senden (was bei nahezu allen westlichen Analyse- und Werbeplattformen der Fall ist), sollte das CMP diese Einwilligung als Teil der Begründung für die grenzüberschreitende Übermittlung dokumentieren. Der Einwilligungshinweis sollte ausdrücklich erwähnen, dass Daten international übertragen werden.

Praktische Schritte für globale Compliance

Hier ist ein priorisierter Aktionsplan für Websites, die PIPL zusätzlich zur GDPR berücksichtigen müssen:

Wichtiger Hinweis: Die PIPL-Compliance für Websites, die auf China ausgerichtet sind, kann komplex sein, und die regulatorische Auslegung entwickelt sich weiterhin. Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick, aber Organisationen mit bedeutenden Aktivitäten oder Nutzerbasen in China sollten rechtliche Beratung einholen, die auf ihre konkrete Situation zugeschnitten ist.

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